Kategorie — spanische Wirtschaft
Reform des spanischen Arbeitsrechts

Das spanische Recht ist für seine im europäischen Vergleich sehr arbeitnehmerfreundliche Ausrichtung bekannt. Die aktuelle volkswirtschaftliche Situation und der politische Druck anderer EU-Staaten haben kürzlich zu vielen Diskussionen und Debatten rund um das Thema „Arbeitsrecht“ in Spanien geführt, deren Ergebnisse sich in einer Reform niederschlagen.
Das Gesetzesvorhaben umfasst fünf wesentliche Punkte:
1.) Die Entschädigung für eine ungerechtfertigte Entlassung soll von 45 Tagen Lohn pro Jahr der Betriebszugehörigkeit auf 33 Tage pro Arbeitsjahr gesenkt werden.
Ziel dieser Änderung ist es, unbegrenzte Arbeitsverträge zu fördern bei gleichzeitiger Senkung der Kosten potenzieller Entlassung.
2.) Ferner wurde der Gesetzestext bezüglich der Entlassung aus objektiven (wirtschaftlichen, technischen oder organisatorischen) Gründen geändert. Objektive Gründe liegen laut Gesetz vor, wenn sich das Unternehmen in einer negativen Wirtschaftssituation befindet, welche die Entlassung angemessen und vernünftig begründbar macht.
3.) Darüberhinaus soll eine staatliche Entlastung für Unternehmen für Entlassungen durch den Fondo de Garantía Salarial (FOGASA) eingeführt werden, welcher einen Teil der zu zahlenden Abfindungen in Höhe von acht Tagen Lohn für jedes Jahr im Unternehmen übernimmt.
4.) Die Bedingungen, die für eine Abweichung von den im Tarifvertrag bestimmten Löhnen erfüllt sein müssen, wurden nicht konkretisiert. Eine solche Abweichung darf laut neuem Gesetz nur eine zeitweise Lösung mit Ausnahmecharakter sein, welche Unternehmen in wirtschaftlich prekärer Lage vorbehalten bleibt.
5.) Die maximale Frist von Werk- und Dienstverträgen (befristete Arbeitsverträge) wurde von zwei auf drei Jahre erhöht. Die maximale Verlängerung von einem Jahr bleibt bestehen. Sollte der Arbeitnehmer darüber hinaus im Unternehmen verbleiben, geht sein Arbeitsvertrag in einen unbefristeten über.
Junio 21, 2010 0 Kommentar
Vertrauenskrise in Spanien

Der Geschäftsführer der Deutschen Handelskammer für Spanien (AHK), Peter Moser, berichtete in der Wirtschaftszeitung Expansión, dass die Informationsanfragen zur wirtschaftlichen Situation Spaniens zugenommen haben; dies läge jedoch vornehmlich daran, dass die Interessenten eine ähnliche Entwicklung für Spanien wie beim derzeitigen Sorgenkind Europas Griechenland befürchten. Allgemein ist also eine zunehmende Skpesis deutscher Unternehmen zu verzeichnen, die vor der Krise in dieser Deutlichkeit noch nicht bestand. Der Geschäftsführer der AHK berichtet weiter, dass die Mitgliedzahl der Handelskammer gleichgeblieben ist, obwohl die Zahl der Unternehmen die zur Zeit in Spanien investieren, sinkt.
Letzlich bleibt zu hoffen, dass die besabsichtigten Sparmassnahmen der spanischen Regierung helfen, das Vertrauen in das Land zurückgewonnen wird. Die Regierung kündigte an, die Löhne der Staatsbediensteten um fünf Prozent zu kürzen und 2011 einzufrieren; dzudem sollen 13.000 Stellen im öffentlichen Dienst wegfallen. Daneben werden die Babyprämien i.H.v. EUR 2.500,- ab dem 1. Januar 2011 gestrichen . Auch die Renten sollen – mit Ausnahme der Mindestrenten – im kommenden Jahr nicht mehr steigen.
Mayo 24, 2010 0 Kommentar
Abnahme der Wirtschaftlichen Freiheit in Spanien

Im Index für ökonomische Freiheit für das Jahr 2010 des nordamerikanischen Wall Street Journal und der Heritage Foundation, "The 2010 Index of Economic Freedom" werden alljährlich 183 Länder nach 10 spezifischen Kriterien, wie z.B. Handelshemmnisse, Geschäftsentfaltungschancen, Investitionsfreiheit und Eigentumsrechte analysiert.
Während Deutschland im internationalen Vergleich besser abschneidet als im Vorjahr, fällt Spanien von Platz 29 auf Platz 36 des Indexes der freisten Wirtschaftsstandorte zurück.
Nach dem Bericht beträgt die wirtschaftliche Freiheitsrate in Spanien 69,6, was einen Verlust von 0,5 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dies ist auf Verschlechterungen in sechs der zehn Kriterien der wirtschaftlichen Freiheit zurückzuführen. Die grössten Verluste entstanden dabei bzgl. der Korruptionsrate. Dennoch liegt Spanien in der Gesamtwertung gut über dem Weltdurchschnitt. Innerhalb der 43 Länder in der Region Europas belegt Spanien Platz 19.
Dem Bericht zu Folge kommen Spanien vor allem die Zahlen der Geschäftsfreiheit, der Handelsfreiheit, der Investitionsfreiheit, der Finanzierungsfreiheit, und der Eigentumsrechte zugute.
Verfahren zur Unternehmensgründung wurden effektiver. Zwar bedarf es mehr Zeit für eine Unternehmensgründung in Spanien als im Weltdurchschnitt, dafür liegt die Dauer der Erteilung einer Betriebserlaubnis unter diesem. Das unternehmerisch denkende Umfeld ist förderlich für eine dynamische Entwicklung des privaten Wirtschaftssektors.
Spaniens Handelspolitik ist vergleichbar mit der von anderen Mitgliedsstaaten der EU. Ferner weist Spanien ein modernes und wettbewerbsfähiges Finanzsystem auf. Die Regelungen sind verständlich, die inländischen Zugriffsmöglichkeiten auf Kredite gut. Zudem ist die Judikative unabhängig von politischer Beeinflussung auch wenn bürokratische Hürden immer noch eine langsame Erledigung der Fälle verursachen.
Schwierigkeiten bleiben weiterhin in den Breichen der Steuerfreiheit, der staatlichen Wirtschaftsaktivitäten und der Arbeitnehmerfreiheit. Die Vermögenssteuer wurde 2009 aufgehoben. Das Steueraufkommen betrug im letzten Jahr 37,9 % des BIP.
Die Regierungsausgaben bleiben hoch, sie betrugen letztes Jahr fast 40 % des BIP. Die Verbesserung der Etatverwaltung ist einer der Hauptpunkte des Steuerreformprogramms.
Als Mitglied der Eurozone lag die Inflationsrate zwischen 2006 und 2008 durchschnittlich bei 3,8 %
Die Löhne sind gestiegen, sodass Spanien diesbezüglich einige andere europäische Länder hinter sich lassen kann. Immobilieneigentum wurde stark subventioniert allerdings erfolgen die Ausgaben nicht zielgerichtet. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor eingeschränkt, was ein dynamischeres Arbeitsplatzwachstum verhindert.
Die Liste führt wie bereits in vergangenen Jahren Hong Kong (Platz 1) und Singapur (Platz 2) an. Schlusslichter bleiben Zimbabwe und Nord Korea.
Wer sich für die Details interessiert, kann den vollständigen Index kostenlos bei http://www.heritage.org/Index/ einsehen.
Febrero 10, 2010 0 Kommentar
Über 4 Millionen Arbeitslose

Mit 4.048.493 Arbeitslosen hat die Arbeitslosigkeit in Spanien den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Nach Angaben des spanischen Arbeitsministeriums gab es im Januar 720.692 mehr Arbeitslose als im Vorjahr, was einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 19,6 % bedeutet. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass der Einzelhandelsumsatz in Spanien 2009 um 12 % gesunken ist, was die Schließung von 40.000 Geschäften und den Verlust von rund 90.000 Arbeitsplätzen im Bereich des Einzelhandels zur Folge hatte.
Da das Potential an Arbeitsplätzen nicht ausreichend und die Anzahl sowohl der befristeten, als auch der unbefristeten Einstellungen, zurückgegangen ist, sind immer mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter dazu gezwungen, vorzeitig aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden und Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen. Damit einhergehend erhöht sich nicht nur der Prozentsatz an Langzeitarbeitslosen , sondern ist auch die Rückläufigkeit derjenigen die in die Sozialversicherung einzahlen. So waren im September 2007 noch 2 Millionen mehr Menschen in Spanien beschäftigt als heute. Die höchste Zunahme der Arbeitslosigkeit ist in Andalusien und Katalonien zu verzeichnen, wobei davon insbesondere Jugendliche und Geringqualifizierte betroffen sind. In Anbetracht dieser schlechten Arbeitsmarktsituation hat die Regierung eine Reform des Arbeitsmarktes zur absoluten Priorität für das Jahr 2010 gemacht. Ziel ist es dabei, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Prozess der steigenden Arbeitslosigkeit aufzuhalten. Es fanden zwar bereits zahlreiche Verhandlungen und Debatten um die geplante Reform statt, eine Wende am Arbeitsmarkt ist jedoch noch nicht in Sicht.
Febrero 5, 2010 2 Kommentare
Fonds für nachhaltige Wirtschaft

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, der Wirtschaftskrise in Spanien entgegenzuwirken, hat sich die Regierung für 2010 zum Ziel gesetzt, mit der sogenannten Strategie der nachhaltigen Wirtschaft („Estrategia de Economía Sostenible“) die wirtschaftliche Aktivität im Lande wiederzubeleben und die hohe Arbeitslosigkeit zu verringen. Das Reformvorhaben umfasst drei grosse Bereiche, in denen eine grössere Nachhaltigkeit angestrebt wird: Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Hauptbestandteil ist das Gesetz für nachhaltige Wirtschaft („Ley para
Diese Information wurde freundlicherweise von der spanischen Delegation von Germany Trade and Invest, Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (www.gtai.com) zur Verfügung gestellt.
Enero 27, 2010 0 Kommentar
Madrid ohne Olympiade

Trotz grosser Erwartungen konnte Spanien die Olympiade 2016 nicht nach Madrid holen. Die Entäuschung ist nach wie vor gross. Viele glaubten, dass nach dem dritten Anlauf nunmehr die spanische Hauptstadt an der Reihe sei, doch es kam anders und Rio de Janeiro war der glückliche Gewinner.
Neben Madrid gab es aber auch einen anderen grossen Verlierer: Chicago schaffte es trotz “Obama momentum” nicht einmal in die zweite Runde. Aber im Gegensatz zu den Madrileños scheint die Bevölkerung aus Chicago darüber garnicht so traurig zu sein. Auf der Website der Bewegung “Chicagoans for Rio 2016″ lassen sich viele Gründe finden, warum die Ausrichtung der olympischen Spiele auch grosse Probleme verursachen kann. Zwei Beispiele sind besonders erschreckend:
So soll Montreal selbst nach über 30 Jahren noch an den Kosten für die umfangreichen Baumassnahmen für die olympischen Spiele zu tragen haben.
In Athen sollen 21 von 22 extra für die Sommerspiele 2004 gebaute Einrichtungen ungenutzt verwahrlosen. 9 Milliarden Euro wurden investiert, um die Olympiade “heim” zu holen, doch es scheint, das im Anschluss für die Griechen kein Nutzen daraus gewonnen werden konnte.
Wie so oft im Leben, gibt es also auch hier ein lachendes und ein weinendes Auge!
Octubre 8, 2009 1 Kommentar
Steuererhöhungen in Spanien

Spanien hat soeben beschlossen, die Mehrwertsteuer („IVA“) von 16 % auf 18 % zu erhöhen. Spanien folgt dabei einem Trend der ursprünglich von Deutschland initiiert wurde, als vor drei Jahren die Mehrwertsteuer von 16 % auf 19 % erhöht wurde. Selbst die sogenannten Steuerparadiese erhöhen bzw. führen inzwischen die Mehrwertsteuer ein: Die Schweiz erhöht ihre Mehrwertsteuer von 7,6 % auf 8 %; das selbe gilt auch für Liechtenstein. Andorra wird ebenfalls erstmalig die Mehrwertsteuer einführen, dabei wird sogar über einen Steuersatz von 20 % nachgedacht.
Wenn man sich vergegenwärtig, dass es bis Ende 1967 in Deutschland eine Umsatzsteuer von 4 % gab und erst zum 01.01.1968 die Mehrwertsteuer in Höhe von 10 % startete, fragt man sich, bei welchem Prozentsatz eine Grenze gezogen werden sollte. Gerade in Spanien scheinen nämlich die beabsichtigten höheren Steuereinnahmen durchaus fraglich, da man regelrecht spürt, wie das Handwerks- und Dienstleistungsgewerbe dem fiskalischen Druck ausweicht und schnell in die Grau- bzw. Schwarzarbeit wechselt, d.h., die Bezahlung wird einem wieder vermehrt mit oder ohne „IVA“ angeboten.
Octubre 2, 2009 0 Kommentar
Spaniens Anwälte steigern Umsatz
Nach Angaben der Fachzeitung JUVE haben spanische Wirtschaftskanzleien trotz Immobilien- und Finanzkrise die spanischen Wirtschaftskanzleien im Jahre 2008 bei ihrem Umsatz durchschnittlich 11 Prozent zugelegt. Der spanische Anwaltsmarkt wuchs zwar nicht mehr in dem Masse wie zuvor (2007 lag die Steigerung noch bei 16 Prozent), doch haben hier viele einen ähnlichen Einbruch erwartet wie im angelsächsischen Anwaltsmarkt. Die Zahlen decken sich im Wesentlichen mit denen unserer Kanzlei. Weder beim Umsatz noch beim Arbeitsaufkommen spüren wir bei Mariscal & Asociados die Krise; vielmehr stellen wir auch in diesem Jahr wieder einen neuen Anwalt ein.
Die besagte Umsatzsteigerung lässt vermuten, dass insbesondere die spanischen Grosskanzleien breiter aufgestellt sind, als es zunächst den Anschein hatte. Sie haben offensichtlich nicht allein auf grosse Immobilien und M&A Transaktionen gesetzt und können mit ihrer insolvenz- und arbeitsrechtlichen Beratung Gewinnausfälle (zumindest zum Teil) kompensieren. Bleibt zu hoffen, dass der Jahresumsatz für 2009 ähnlich positive Ergebnisse zeigen wird, zumal dies das eigentlichen Krisenjahr in Spanien war und noch ist.
Septiembre 22, 2009 0 Kommentar
Krise auch im Sektor der Erneuerbaren Energien

Mayo 28, 2009 0 Kommentar
What is your customer worth?
Am 6. Mai hielt Professor Martin Böhm, Professor für Marketing am Instituto de Empresa, für die Wirtschaftsjunioren einen Vortrag mit dem Titel “What is your customer worth? Customer Lifetime and Firm Value”.
In seiner Präsentation hob Prof. Böhm die Bedeutung des Customer Lifetime Values hervor, dem Wert einer engen Kundenbeziehung. Eine zentrale Frage dabei war, ob eine aufwendige Investition in den Kunden überhaupt sinnvoll wäre.
Die Firmen verfolgen meist die Strategie, im ersten Jahr der Produkteinführung in den Kunden zu investieren, demzufolge Verluste in Kauf zu nehmen. Und es wird bewertet, welche Kunden wertvoll sind und welche nicht. In den Folgejahren wird immer wieder der Wert des Kunden gemessen.
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Mayo 21, 2009 0 Kommentar




