Kategorie — Businessetikette

Businessetikette in Spanien

 

Einer der wichtigsten Erkenntnisse für mich in den letzten Jahren war: In Spanien ist letztendlich immer die Sympathie ausschlaggebend für einen gelungenen Geschäftsabschluss oder für ein positives Vorstellungsgespräch. Berufserfahrung, Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen sind keine unwichtigen Kriterien im Spanischen Business – aber die menschliche Komponente überwiegt im Geschäftsleben. Ebenso bedeutsam ist der respektvolle Umgang miteinander und besonders dem Chef gegenüber. Beim ersten Kennenlern-Gespräch reichen ein zurückhaltendes Händeschütteln und ein intensiver und offener Blickkontakt. In Spanien ist ähnlich wie in den angelsächsischen Länder die Hemmschwelle zum “Du” auch viel niedriger als in Deutschland. Klischees stimmen bekanntlich nicht immer. Spaniern wird gerne nachgesagt, dass sie unpünktlich seien. Das stimmt aber nur bedingt. Insbesondere in Nord-Spanien und in den grossen Städten Madrid und Barcelona ist Pünktlichkeit im Business ebenso wichtig wie in Deutschland. Von ausländischen Besuchern und Geschäftsleuten wird geradezu erwartet, dass sie pünktlich erscheinen. Bei Meetings im Geschäftsleben können sich Small Talk, heftige Diskussionen, Gesprächunterbrechungen oder –überlappungen häufig abwechseln.

Körperkontakt ist ebenfalls selbstverständlich – ein Zurückschrecken des ausländischen Gastes kommt nicht gut an. Ebenso wenig beliebt im Geschäftsleben sind Gespräche über die katholische Kirche oder das Franco Regime. Fußball geht dagegen immer, auch im Business-Alltag. Sehr empfänglich sind Spanier für Gespräche über gutes Essen, neue Gerichte, Wein, Kunst oder Literatur.

Meetings folgen im Geschäftsleben in Spanien nicht immer der Agenda. Wichtige Punkte werden ab und an einfach ausgelassen, unwichtige Dinge überanalysiert. Ganz wichtig: Einfach geduldig bleiben. Unnötiger Stress und Druck sind nicht angebracht, Kritik oder gar Bevormundung sind ein Garant für ein frühzeitiges Scheitern eines positiven Business-Abschlusses.

Viele Geschäfte werden in Spanien bei einem guten Essen vollendet. Auch hier gibt es einiges zu beachten: Begleichen Sie niemals nur Ihren eigenen Anteil der Rechnung. Entweder lädt man ein oder wird eingeladen. Rechnungen werden im Geschäftsleben nicht geteilt und Geld wird keinesfalls dem Bezahlenden wiedergegeben. Eine Gegeneinladung ist die logische Erwiderung auf die Essenseinladung. Das Motto lautet: Großzügigkeit ist Trumpf im Business-Alltag wie im Privatleben.

In Spanien werden Beziehungen gepflegt: im Berufs-  wie im Privatleben. Netzwerke aufzubauen ist das A und O  im Geschäftsleben in Spanien. Kleine Gefälligkeiten sind ein Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung und sollten selbstverständlich erbracht werden. Was gegen die Regeln verstößt: Einladungen abzulehnen. Ein gepflegtes Erscheinungsbild und gute Kleidung sind ein Muss im Geschäftsleben.

 

 

 

 

 

Abril 7, 2010   0 Kommentar

Restaurantwoche in Madrid

 

 

Im Rahmen der "Madrid Restaurant Week" hat man zwischen dem 21. und dem 30. Oktober die Möglichkeit in Madrid in sehr guten Restaurants ein Menü für 25 Euro zu geniessen.

Dieser kulinarische Event findet schon seit Jahren in verschiedenen Städten auf der Welt wie New York, Rio de Janeiro, London und Miami erfolgreich statt und kommt nun erstmalig nach Madrid. Das interessante dabei ist, dass man so einmal Restaurants ausprobieren kann bei denen man sonst leicht über das doppelte für ein Menü zahlen müsste.

Dank unserer Partnerkanzlei in Miami habe ich vor zwei Jahren die dortige Restaurantwoche erleben dürfen. Diese findet unter den Namen "Miami Spice" statt. Das Angebot war dort so gross und der Dollar so günstig, dass sich schon allein deshalb für einen Gourmet eine Reise lohnt.

Da, wie in diesem Blog schon intensiv besprochen, das Essengehen zur spanischen Businesskultur gehört, dürfte die Restaurantwoche auch in Madrid ein Erfolg werden.

Tip: Gleich neben der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) befindet sich übrigens das ausgezeichnete Restaurant "El Chaflán", dass ebenfalls an der Restaurantwoche teilnimmt. Weitere Restaurants kann man hier finden: www.esmadrid.com/es/portal.do

 

 

Octubre 20, 2009   0 Kommentar

Steuererhöhungen in Spanien

 


 


Spanien hat soeben beschlossen, die Mehrwertsteuer („IVA“) von 16 % auf 18 % zu erhöhen. Spanien folgt dabei einem Trend der ursprünglich von Deutschland initiiert wurde, als vor drei Jahren die Mehrwertsteuer von 16 % auf 19 % erhöht wurde. Selbst die sogenannten Steuerparadiese erhöhen bzw. führen inzwischen die Mehrwertsteuer ein: Die Schweiz erhöht ihre Mehrwertsteuer von 7,6 % auf 8 %; das selbe gilt auch für Liechtenstein. Andorra wird ebenfalls erstmalig die Mehrwertsteuer einführen, dabei wird sogar über einen Steuersatz von 20 % nachgedacht.



Wenn man sich vergegenwärtig, dass es bis Ende 1967 in Deutschland eine Umsatzsteuer von 4 % gab und erst zum 01.01.1968 die Mehrwertsteuer in Höhe von 10 % startete, fragt man sich, bei welchem Prozentsatz eine Grenze gezogen werden sollte. Gerade in Spanien scheinen nämlich die beabsichtigten höheren Steuereinnahmen durchaus fraglich, da man regelrecht spürt, wie das Handwerks- und Dienstleistungsgewerbe dem fiskalischen Druck ausweicht und schnell in die Grau- bzw. Schwarzarbeit wechselt, d.h., die Bezahlung wird einem wieder vermehrt mit oder ohne „IVA“ angeboten.

 

Octubre 2, 2009   0 Kommentar

Krise auch im Sektor der Erneuerbaren Energien

 



In Spanien macht die Wirtschaftskrise auch nicht vor dem noch vor Kurzem boomenden Solarmarkt halt.
 
Aufgrund der verweigerten Prolongation der Kreditlinien sah sich der Vorstand der Sunline AG, ein deutscher Systemanbieter für Solartechnik, gezwungen, Insolvenzantrag beim Amtsgericht Fürth zu stellen. Die Probleme rühren anscheinend daher, dass Sunline in Spanien zwar grosse Photovoltaik-Kraftwerke baute, der Solarstrom jedoch nicht zügig ins dortige Netz eingespeist wurde. Dadurch entstanden hohe Einnahmeausfälle.
 
Das vorzeitige Auslaufen der alten Einspeisevergütung in Spanien Ende September 2008 macht das Unternehmen zusätzlich für die Schräglage verantwortlich. Lag der Umsatz des 2005 an die Börse gegangenen Unternehmens 2006 noch bei knapp 50 Millionen Euro, konnte dieses Umsatzvolumen dank der spanischen Großaufträge 2008 bereits im ersten Halbjahr eingefahren werden. Bei der Hauptversammlung im vergangenen Juli wurde deshalb noch mit einem Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro gerechnet. Dieser Aufschwung fand durch den Rückzug des Investors ein jähes Ende. Der Sunline-Vorstand hält angesichts der drohenden Liquiditätsprobleme durch die Kreditlinienkürzung die Fortführung der Unternehmenstätigkeit für gefährdet.
 
Diese Nachricht ist ein kleiner Schock für die Branche; sah man sich doch durch die politische Unterstützung des Sektors in den letzten Jahren als relativ gut für die Krise gewappnet.

 

 

Mayo 28, 2009   0 Kommentar

Neues Insolvenzgesetz in Spanien

Das spanische Justizministerium hat die Reform des Insolvenzgesetzes bereits weitestgehend abgeschlossen. Die Reform soll vornehmlich den Banken in Spanien helfen. Es soll vor allem verhindert werden, dass die Gläubigerabkommen  zur  Aufteilung der Insolvenzmasse letztlich wirkungslos bleiben.  Dies geschah in der Praxis oft bei insolventen Immobilienfirmen. 

 Daneben  soll durch die Reform die gerichtliche Bearbeitungsdauer von Insolvenzanträgen beschleunigt werden; bisher war die  Bearbeitungszeit teilweise so lang, dass sich die finanzielle Situation der Antragsteller bis zum Verfahrensbeginn extrem verschlechterte.

 

Febrero 12, 2009   0 Kommentar

Wirtschaftliche Freiheit in Spanien wächst

Im Index für ökonomische Freiheit des nordamerikanischen Wall Street Journal und der Heritage Foundation für das Jahr 2009, "The 2009 Index of Economic Freedom", werden 183 Länder nach 10 spezifischen Kriterien, wie z.B. Handelshemmnisse, Geschäftsentfaltungschancen, Investitionsfreiheit und Eigentumsrechte analysiert.

Dabei schneidet Spanien im Gegensatz zu Deutschland besser ab als im Vorjahr. 

Nach dem Bericht beträgt die wirtschaftliche Freiheitsrate in Spanien 70,1, womit Spaniens Wirtschaft auf Platz 29 im Index der freisten Wirtschaftsstandorte rangiert. Seine Wertung hat sich seit dem letzten Jahr um einen Punkt erhöht aufgrund von Verbesserungen im Bereich der Steuerfreiheit und der Investitionsfreiheit. Innerhalb der 43 Länder in der Region Europas belegt Spanien Platz 16, die Gesamtwertung liegt gut über dem Weltdurchschnitt.

Es heißt dort weiter: „Spanien sticht vor allem hervor was die Geschäftsfreiheit, die Handelsfreiheit, die Investitionsfreiheit, die Finanzierungsfreiheit, die Eigentumsrechte und die Korruptionsrate betrifft. Die durchschnittliche Zollrate ist niedrig, aber zollfremde Handelshemmnisse beschränken nach wie vor die völlige Handelsfreiheit. Die Regierung hat die Bürokratie verschlankt und die Konzessionserteilung vereinfacht. Ausländische Investitionen unterliegen nur wenigen Beschränkungen seitens der Regierung. Spanien erfreut sich an einem modernen und konkurrenzfähigen Finanzsystem. Die Regelungen sind verständlich, die inländischen Zugriffsmöglichkeiten auf Kredite sind mehr als angemessen. Die Judikative ist unabhängig von der Politik, auch wenn bürokratische Hürden immer noch eine langsame Erledigung der Fälle verursachen.

Spanien ist relativ schwach einzuschätzen hinsichtlich der Steuerfreiheit, der staatlichen Wirtschaftsaktivitäten und der Arbeitnehmerfreiheit. Die Regierungsausgaben betragen fast 40 % des BIP. Die Verbesserung der Etatverwaltung ist einer der Hauptpunkte des Steuerreformprogramms. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor eingeschränkt, was ein dynamischeres Arbeitsplatzwachstum verhindert.“

Deutschland liegt zwar mit Platz 25 vor Spanien hat sich jedoch aufgrund zunehmender staatlicher Regulierung leicht um -0,1 auf eine Rate von 70,5 verschlechtert.

Die Liste führen übrigens Hong Kong (Platz 1) und Singapur (Platz 2) an. Schlusslichter sind Zimbabwe und Nord Korea. Wer sich für die Details interessiert, kann den vollständigen Index kostenlos bei  http://www.heritage.org/Index/ einsehen.

 

 

 

Enero 29, 2009   0 Kommentar

Churchills Unternehmer Definition

Vom britischem Premierminister Winston Churchill (1874 – 1965) sind viele Zitate und Anekdoten überliefert. Weniger bekannt sind seine Äusserungen zum Unternehmertum, die bis heute nicht an ihrer Brisanz verloren haben: 

 "Manche Leute halten den Unternehmer für einen räudigen Wolf, den man totschlagen müsse.

Andere sehen in ihm eine Kuh, die man ununterbrochen melken müsse.

Nur wenige erkennen in ihm das Pferd, das den Karren zieht."

Noviembre 24, 2008   0 Kommentar

Entlassung wegen unpassender Kleidung

Nach einer aktuellen Entscheidung des “Tribunal Supremo” von Madrid (Oberster Gerichtshof) ist die Kündigung eines Arbeitnehmers wegen unkorrekter Kleidung zulässig. Der Entscheidung liegt der Fall eines Autohausverkäufers zugrunde, der wiederholt in Jeans, T-Shirt und Turnschuhen zur Arbeit erschien. Nach dem Gerichtsurteil muss sich die Berufskleidung an den sozialen Gepflogenheiten orientieren. Da der Verkäufer im Publikumsverkehr tätig war und den Anweisungen seines Arbeitgebers nicht folgte, stufte das Gericht sein Verhalten als undiszipliniert ein und bestätigte das Vorliegen eines Kündigungsgrundes. Um in eigener Sache mit der Kleidung nicht anzuecken, empfehle ich von Zeit zu Zeit in die Kategorie „Businessetikette“ dieses Blogs zu sehen. —

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Marzo 28, 2008   4 Kommentare

Geschäftsessen

Die meisten Geschäftsanbahnungen werden in Spanien beim Essen vorgenommen. Der spanische Geschäftsmann will seinen potentiellen Geschäftspartner persönlich kennen lernen. Dafür bietet sich tra­ditionell das zweistündige Mittagessen (14:00 h bis 16:00 h) an. Ein spanischer Mandat erklärte mir einmal, dass es für ihn die preiswerteste Alternative sei einen Geschäftsraum in optimaler Lage (d.h. in der Nähe des Kunden) zu “mieten”. Ein Argument, das nicht von der Hand zu weisen ist.

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Marzo 28, 2008   6 Kommentare