Mauerfall in Madrid
Noviembre 11, 2009
Karl H. Lincke

Die Deutsche Botschaft in Madrid hat heute auf sehr spektakuläre Weise den Mauerfall vor 20 Jahren gedacht. Mit der Hilfe eines unseres Mandanten, der Firma Arteimedia, wurden um die Mauer des Botschafts- und Residenzgeländes herum Leinwände gehangen, die die bekanntesten Zeichnungen und Graffiti an der Berliner Mauer wiedergaben. Diese wurden dann zusammen mit der Ministerpräsidentin des Landes Madrid, Frau Esperanza Aguirre, dem zweiten Mann der Botschaft, Herrn Thomas Neissinger, und der ehemaligen Ministerin und Abgeordneten des Landes Brandenburg, Frau Barbara Richstein, symbolisch heruntergerissen und die Sicht frei gegeben auf das Brandenburger Tor und andere schöne Landschaften aus dem wiedervereinigten Berlin.
Eine gelungene Veranstaltung bei der man die Sympathie der Spanier für die Deutschen und ihre jüngste Geschichte vor allem bei der Rede von Frau Aguirre spürte.
Können Einwanderer den spanischen Sozialstaat zukunftsicher machen?
Noviembre 2, 2009
Karl H. Lincke

Martin Feldstein, Ökonom an der Harvard University, hat Spanien unter die Lupe grenommen. Die nächsten fünfzig Jahre wird Spaniens Bevölkerung mit 44 Millionen ungefähr gleich gross bleiben, doch das Verhältnis von Arbeitenden zu Rentnern wird von 4,5 : 1 auf weniger als 2 : 1 sinken. Feldstein fragte sich, was geschähe, wenn man 2 Millionen ausländischer Arbeitskräfte ins Land holte – was 54 % Prozent mehr wären als zurzeit. Man kann annehmen, dass die sozialen Auswirkungen gewaltig, möglicherweise störend wären. Die fiskalischen Auswirkungen dieses Zustroms wäre sehr gering, wie Feldstein zeigt. Die Neuankömmlinge würden nur einen zehnprozentigen Zuwachs der arbeitenden Bevölkerung bewirken. Und da Einwanderer in der Regel den tieferen Wirtschaftsschichten angehören, läge die Zunahme der Arbeitsvergütung – aus welcher die Steuern, die den Sozialstaat finanzieren, stammen- einiges darunter. Feldsteins Schätzung der Arbeitsvergütungszunahme - "um die acht Prozent oder etwas weniger" – dürfte eher zu grosszügig sein. Von diesen acht Prozent oder weniger müssen die hohen Gesundheits- und Bildungskosten der Einwanderer abgezogen werden. Tut man dies, dürfte die Entlassung, die Einwanderer dem Wohlfahrtsstaat bringen, wohl weniger gross sein als die Ansprüche, die sie später an ihn stellen werden.
Restaurantwoche in Madrid
Octubre 20, 2009
Karl H. Lincke

Im Rahmen der "Madrid Restaurant Week" hat man zwischen dem 21. und dem 30. Oktober die Möglichkeit in Madrid in sehr guten Restaurants ein Menü für 25 Euro zu geniessen.
Dieser kulinarische Event findet schon seit Jahren in verschiedenen Städten auf der Welt wie New York, Rio de Janeiro, London und Miami erfolgreich statt und kommt nun erstmalig nach Madrid. Das interessante dabei ist, dass man so einmal Restaurants ausprobieren kann bei denen man sonst leicht über das doppelte für ein Menü zahlen müsste.
Dank unserer Partnerkanzlei in Miami habe ich vor zwei Jahren die dortige Restaurantwoche erleben dürfen. Diese findet unter den Namen "Miami Spice" statt. Das Angebot war dort so gross und der Dollar so günstig, dass sich schon allein deshalb für einen Gourmet eine Reise lohnt.
Da, wie in diesem Blog schon intensiv besprochen, das Essengehen zur spanischen Businesskultur gehört, dürfte die Restaurantwoche auch in Madrid ein Erfolg werden.
Tip: Gleich neben der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) befindet sich übrigens das ausgezeichnete Restaurant "El Chaflán", dass ebenfalls an der Restaurantwoche teilnimmt. Weitere Restaurants kann man hier finden: www.esmadrid.com/es/portal.do
Madrid ohne Olympiade
Octubre 8, 2009
Karl H. Lincke

Trotz grosser Erwartungen konnte Spanien die Olympiade 2016 nicht nach Madrid holen. Die Entäuschung ist nach wie vor gross. Viele glaubten, dass nach dem dritten Anlauf nunmehr die spanische Hauptstadt an der Reihe sei, doch es kam anders und Rio de Janeiro war der glückliche Gewinner.
Neben Madrid gab es aber auch einen anderen grossen Verlierer: Chicago schaffte es trotz “Obama momentum” nicht einmal in die zweite Runde. Aber im Gegensatz zu den Madrileños scheint die Bevölkerung aus Chicago darüber garnicht so traurig zu sein. Auf der Website der Bewegung “Chicagoans for Rio 2016″ lassen sich viele Gründe finden, warum die Ausrichtung der olympischen Spiele auch grosse Probleme verursachen kann. Zwei Beispiele sind besonders erschreckend:
So soll Montreal selbst nach über 30 Jahren noch an den Kosten für die umfangreichen Baumassnahmen für die olympischen Spiele zu tragen haben.
In Athen sollen 21 von 22 extra für die Sommerspiele 2004 gebaute Einrichtungen ungenutzt verwahrlosen. 9 Milliarden Euro wurden investiert, um die Olympiade “heim” zu holen, doch es scheint, das im Anschluss für die Griechen kein Nutzen daraus gewonnen werden konnte.
Wie so oft im Leben, gibt es also auch hier ein lachendes und ein weinendes Auge!
Steuererhöhungen in Spanien
Octubre 2, 2009
Karl H. Lincke

Spanien hat soeben beschlossen, die Mehrwertsteuer („IVA“) von 16 % auf 18 % zu erhöhen. Spanien folgt dabei einem Trend der ursprünglich von Deutschland initiiert wurde, als vor drei Jahren die Mehrwertsteuer von 16 % auf 19 % erhöht wurde. Selbst die sogenannten Steuerparadiese erhöhen bzw. führen inzwischen die Mehrwertsteuer ein: Die Schweiz erhöht ihre Mehrwertsteuer von 7,6 % auf 8 %; das selbe gilt auch für Liechtenstein. Andorra wird ebenfalls erstmalig die Mehrwertsteuer einführen, dabei wird sogar über einen Steuersatz von 20 % nachgedacht.
Wenn man sich vergegenwärtig, dass es bis Ende 1967 in Deutschland eine Umsatzsteuer von 4 % gab und erst zum 01.01.1968 die Mehrwertsteuer in Höhe von 10 % startete, fragt man sich, bei welchem Prozentsatz eine Grenze gezogen werden sollte. Gerade in Spanien scheinen nämlich die beabsichtigten höheren Steuereinnahmen durchaus fraglich, da man regelrecht spürt, wie das Handwerks- und Dienstleistungsgewerbe dem fiskalischen Druck ausweicht und schnell in die Grau- bzw. Schwarzarbeit wechselt, d.h., die Bezahlung wird einem wieder vermehrt mit oder ohne „IVA“ angeboten.
Spaniens Anwälte steigern Umsatz
Septiembre 22, 2009
Karl H. Lincke
Nach Angaben der Fachzeitung JUVE haben spanische Wirtschaftskanzleien trotz Immobilien- und Finanzkrise die spanischen Wirtschaftskanzleien im Jahre 2008 bei ihrem Umsatz durchschnittlich 11 Prozent zugelegt. Der spanische Anwaltsmarkt wuchs zwar nicht mehr in dem Masse wie zuvor (2007 lag die Steigerung noch bei 16 Prozent), doch haben hier viele einen ähnlichen Einbruch erwartet wie im angelsächsischen Anwaltsmarkt. Die Zahlen decken sich im Wesentlichen mit denen unserer Kanzlei. Weder beim Umsatz noch beim Arbeitsaufkommen spüren wir bei Mariscal & Asociados die Krise; vielmehr stellen wir auch in diesem Jahr wieder einen neuen Anwalt ein.
Die besagte Umsatzsteigerung lässt vermuten, dass insbesondere die spanischen Grosskanzleien breiter aufgestellt sind, als es zunächst den Anschein hatte. Sie haben offensichtlich nicht allein auf grosse Immobilien und M&A Transaktionen gesetzt und können mit ihrer insolvenz- und arbeitsrechtlichen Beratung Gewinnausfälle (zumindest zum Teil) kompensieren. Bleibt zu hoffen, dass der Jahresumsatz für 2009 ähnlich positive Ergebnisse zeigen wird, zumal dies das eigentlichen Krisenjahr in Spanien war und noch ist.
Lexicom
Agosto 6, 2009
Karl H. Lincke

Das Anwaltsnetzwerk lexicom (www.lexicom.org) hat bei seiner letzten Hauptversammlung in Athen beschlossen, unsere Anwaltskanzlei Mariscal & Asociados nach einer erfolgreichen Präsentation als einzigen und exklusiven Partner für Spanien zu ernennen.
Wir haben uns sehr über die Ehre gefreut und sind gespannt auf die zukünftige Zusammenarbeit innerhalb des besagten internationalen Verbundes.
Vortrag von Manuel Pizarro
Julio 2, 2009
Karl H. Lincke
Am 10. Juni hatte ich das Vergnügen einen Vortragsabend der Wirtschaftsjunioren in der Deutschen Handelskammer von Madrid mit Manuel Pizarro zu moderieren. Pizarro wurde der breiten Öffentlichkeit während der Übernahmeschlacht um den spanischen Stromversorgers ENDESA bekannt an der auch der deutsche Stromkonzern Eon beteiligt war. Die Gründe warum Eon letztlich nicht zum Zuge kam, waren laut dem ehemaligen ENDESA Vorstandsvorsitzenden vielseitig. ENDESA hätte nichts gegen Eon einzuwenden gehabt, doch hätte die Übernahme von Anfang an durch den Kauf von Anteilen eingeleitet werden sollen und nicht allein mit einer Ankündigung in den Medien. Es schien wohl auch so, dass der deutsche Konzern wenig Sensibilität für die spanischen Befindlichkeiten zeigte.
Pizarro ist eine äusserst vielseitige Person. Als Jurist fing er zunächst im Staatsdienst an, wechselte aber schon bald an die Börse und gründete dort sein erstes Unternehmen. Heute gehört er verschiedenen Verwaltungsräten von börsennotierten spanischen Unternehmen an.
Bei den letzten spanischen Parlamentswahlen wurde er von der Volkspartei (PP) als Gegenpart zum Wirtschaftsminister, Pedro Solbes, aufgestellt. Obwohl Pizarro in die Politik gegangen ist, scheint er es sich nicht nehmen zu lassen, sich frei zu äussern. Klar skizierte er an dem Abend warum es zur gegenwärtigen Finanzkrise kam und warum Spanien zudem eine Wirtschaftskrise durchlebt. Bei seinen Ausführungen klang er durchweg eher wie ein Unternehmer und nicht wie ein Politiker.
Krise auch im Sektor der Erneuerbaren Energien
Mayo 28, 2009
Karl H. Lincke

What is your customer worth?
Mayo 21, 2009
Karl H. Lincke
Am 6. Mai hielt Professor Martin Böhm, Professor für Marketing am Instituto de Empresa, für die Wirtschaftsjunioren einen Vortrag mit dem Titel “What is your customer worth? Customer Lifetime and Firm Value”.
In seiner Präsentation hob Prof. Böhm die Bedeutung des Customer Lifetime Values hervor, dem Wert einer engen Kundenbeziehung. Eine zentrale Frage dabei war, ob eine aufwendige Investition in den Kunden überhaupt sinnvoll wäre.
Die Firmen verfolgen meist die Strategie, im ersten Jahr der Produkteinführung in den Kunden zu investieren, demzufolge Verluste in Kauf zu nehmen. Und es wird bewertet, welche Kunden wertvoll sind und welche nicht. In den Folgejahren wird immer wieder der Wert des Kunden gemessen.
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