Deutsche Unternehmen und katalan
August 14, 2008
Karl H. Lincke
Air Berlin und alle andere deutschen Firmen, die auf den balearischen Inseln und Katalonien unter zunehmenden Druck der Regionalregierungen geraten, die Sprache Katalan in ihrer Kommunikation zu verwenden, haben diese Woche Unterstützung von der Deutschen Handelskammer für Spanien (AHK) erhalten. In einem vielbeachteten Beitrag der Tageszeitung „El Mundo“ legte die AHK dar, dass die Verwendung der Sprache Katalan aus rein ökonomischen Gründen für die deutschen Unternehmen unrentabel sei. Die Kosten für zweisprachige Unterlagen, Schulung von Mitarbeitern, fortlaufende Übersetzungen, etc. stehe in keinem Verhältnis zu der Zahl der Kunden, die dies in der Praxis verlangen.
“En Espagne, la fiesta est finie”
August 6, 2008
Karl H. Lincke
So titelte gestern die französische Wirtschaftszeitung La Tribune. Nach den zurückliegenden Jahren des kleinen spanischen Wirtschaftswunders ist die Party aus Sicht der Franzosen nun vorbei.
Die Probleme am Arbeitsmarkt spiegeln sich auch in der sinkenden Zahl der Sozialversicherten wieder. Im Juli sank die Anzahl der Beitragszahler um 0,57%, was einen Verlust von 109.227 Mitgliedern mittlerer Beitragshöhe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt.
Um den Arbeitsmarkt wieder anzukurbeln, scheint eine umfassende Flexibilisierung des Arbeitsrechts unumgänglich.
Der spanische Immobilienmarkt bricht ein
Juli 30, 2008
Karl H. Lincke
Der Immobiliensektor schreibt nach wie vor schwarze Zahlen. Jedoch erreichten die Immobilienverkäufe im Mai nur eine Gesamtmenge von 50.161 Transaktionen, was den Daten des INE (staatliche Institut für Statistiken) zufolge einen Rückgang um 34,3 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Absicht der Branchenunternehmen ihre Gewinne davonzutragen wich dem reinen Kampf ums Überleben. Insbesondere nachdem der spanische Wirtschafts- und Finanzminister Pedro Solbes deutlich machte, dass die Wirtschaft 2009 einen Tiefpunkt erreichen wird.
Im Mai fielen die Transaktionen auf dem freien Wohnungsmarkt (45.905 Objekte) um 33,9% im Vergleich zum Vorjahr, während der Handel auf dem staatlich protegierten Wohnungsmarkt (4.256 Objekte) um 38,9% abfielen.
Einer Auskunft der Rating-Agentur Standard&Poor’s (S&P) zufolge, bleibe die Zurückhaltung bei den Banken neue Hypotheken zu gewähren nicht ohne Folgen. Die kürzlich erfolgte Konkursmeldung von Gläubigern eines der grössten spanischen Immobilienunternehmens, Martinsa-Fadesa, bedeute nach S&P einen neuen Schritt in der Korrektur des Immobilienmarktes.
Sollten die Immobilienpreise weiter fallen, könnten sich für liquide Investoren schon bald die ersten Chance ergeben wieder Schnäppchen in Spanien zu finden.
Senkt Spanien die Körperschaftssteuer?
Juli 16, 2008
Karl H. Lincke
Die Ministerpräsidentin von Madrid, Esperanza Aguirre, bittet die spanische Regierung die Körperschaftssteuern in Spanien zu senken. Diese stelle ein Hindernis für ausländische Investitionen dar und verhindere letztlich die Schaffung von Arbeitsplätzen. Nach Meinung von Experten, sei die Reduzierung der Körperschaftssteuern in Krisenzeiten unerlässlich, da Unternehmen im Rahmen der Globalisierung nach Standorten mit niedriger Steuerbelastung Ausschau halten und sich dort niederlassen.
Geschäftsrückgang bei spanischen Wirtschaftsanwälten
Juli 8, 2008
Karl H. Lincke
In Spanien gibt es im Vergleich zu Deutschland sehr große Anwaltskanzleien. Diese sind kontinuierlich in der Zahl der Anwälte gewachsen bis sie eine Größenordnung von gegenwärtig 700, 800 und sogar 1650 Anwälten erreicht haben. Groß geworden sind die Kanzleien mit dem starken Wirtschaftswachstums der zurückliegenden Jahre. Profitiert hat man dabei von vielen Immobilientransaktionen und von unzähligen Unternehmensfusionen (in der Anwaltssprache: M & A, Mergers and Acquisitions, genannt). Nach Angaben von Mergermarkets ist der Wert der Operation der zehn größten Anwaltsfirmen im ersten Halbjahr 2008 um 95 % zurückgegangen. Das heißt, man ist von einem Gesamtwert von 464.000 Millionen Euro in 2007 auf 22.300 Millionen Euro gefallen. Die sogenannten Kanzleibotiquen, die nur Immobiliengeschäfte oder M&A betreuen, werden es deshalb schwer haben. Während die Kanzleien in den letzten Jahren viele Anwälte eingestellt haben, ist derzeit zwar noch kein Rückgang zu verspüren, jedoch werden kaum noch Talente abgeworden noch Neueinstellungen vorgenommen. Die Zurückhaltung in der einstigen Boombranche ist klar zu verspüren.
Expo in Spanien
Juli 1, 2008
Karl H. Lincke
Derzeit findet gerade die Expo 2008 in der nordspanischen Stadt Saragossa (Zaragoza) statt. Die Weltausstellung steht unter dem Motto „Wasser und nachhaltige Entwicklung“. Dabei will man vornehmlich auf die immer knapperen Wasserreserven der Erde aufmerksam machen.
AHK Hauptversammlung
Juni 24, 2008
Karl H. Lincke
In den letzten Wochen war sehr viel los, ein Highlight in Madrid war die Hauptversammlung der deutschen Außenhandelskammer (AHK) für Spanien. Die Kammer hatte nämlich als Gastredner Herrn Manuel Pizarro eingeladen.
Air Berlin spricht spanisch aber kein katalan
Juni 6, 2008
Karl H. Lincke
Die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft Air Berlin weigert sich dem „Rat“ der balearischen Landesregierung zu folgen und die Kundenkommunikation vermehrt in der Regionalsprache Katalan bzw. in der Abwandlung Mallorquin, die auf Mallorca gesprochen wird, zu führen. In einem Schreiben der Landesregierung an Air Berlin hiess es wörtlich: „Ich wende mich an Sie, um Ihnen mitzuteilen, dass die Regierung der Balearen grosses Interesse daran hat, dass in der Kommunikation Ihres Unternehmens mit den Bürgern, die sich für Flüge mit Air Berlin entscheiden, ein adäquater Gebrauch der offiziellen Sprache der Inseln gewährleistet wird. Bei einer grundlegenden und essenziellen Dienstleistung, wie es die Flüge von und nach Mallorca, Menorca und Eivissa (gemeint ist Ibiza) sind, ist es unerlässlich, dass den katalanischsprachigen Bürgern und Konsumenten in korrekter Weise die Verwendung ihrer Sprache garantiert wird“.
Die kleinen Unterschiede
Mai 28, 2008
Karl H. Lincke
Es ist immer wieder interessant zu sehen, dass zwischen zwei europäischen Ländern noch so unterschiedliche Begrüßungsformen bestehen. Der Deutsche, wenn er einen Anruf entgegennimmt, sagt einfach nur seinen Nachnamen (im meinem Fall: „Lincke“). Der Spanier bleibt anonym und sagt: „si, dígame“ (sinngemäß: Ja, bitte?“). Wenn man Jemanden sprechen will, fragt man in Spanien gleich drauf los ohne sich vorher vorzustellen (z.B.: „Herrn Fulanito bitte“). In Deutschland undenkbar: Denn dort gilt immer noch die Regel erst vorstellen und dann Fragen stellen. Auch nach neun Jahren Spanienaufenthalt weis ich immer noch nicht wie man spanische Geschäftspartnerinnen korrekt begrüßt. Im Privaten ist die Regel stets zwei Küsschen zur Begrüßung und zwei zum Abschied. Bei Geschäftsterminen bin ich leider noch nicht vollkommen dahinter gekommen, wie viele Treffen erforderlich sind, um vom Händeschütteln zum Küsschen überzugehen. Vollkommen verloren, bin ich beim spanischen Adel: Die richtige Anrede und Begrüßungsform herauszufinden, ist ein wahrhaft schwieriges Unterfangen.
Verliert Spanien an “Sex-Appeal”?
Mai 21, 2008
Karl H. Lincke
Spanien, die viertgrößte Wirtschaftskraft Europas konnte im Jahre 2007 nur 0,9 % der außereuropäischen Investitionen auf sich lenken. Insbesondere haben sich vor allem die großen Wirtschaftsmotoren wie USA, Japan, China und Kanada zurückgehalten. Zwar betrug die Gesamtinvestition von Nicht EU Ländern noch 3 Milliarden Euro; dies ist jedoch weniger als die Hälfte der Investition von 2006 (6,4 Milliarden Euro). Bleibt zu hoffen, dass die Börsianer nicht bald darauf bestehen, dass das Symbol Spaniens (der Stier) durch den des Bären ersetzt wird.
Deutschland scheint im Vergleich aber als Standort noch unattraktiver zu werden. Im Jahre 2006 wurden 16,8 Milliarden Euro investiert und in 2007 nur noch 1,4 Milliarden Euro.







