Abnahme der Wirtschaftlichen Freiheit in Spanien


Febrero 10, 2010
Karl H. Lincke


 

Im Index für ökonomische Freiheit für das Jahr 2010 des nordamerikanischen Wall Street Journal und der Heritage Foundation, "The 2010 Index of Economic Freedom" werden alljährlich 183 Länder nach 10 spezifischen Kriterien, wie z.B. Handelshemmnisse, Geschäftsentfaltungschancen, Investitionsfreiheit und Eigentumsrechte analysiert.

Während Deutschland im internationalen Vergleich besser abschneidet als im Vorjahr, fällt Spanien von Platz 29 auf Platz 36 des Indexes der freisten Wirtschaftsstandorte zurück.

Nach dem Bericht beträgt die wirtschaftliche Freiheitsrate in Spanien 69,6, was einen Verlust von 0,5 im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dies ist auf Verschlechterungen in sechs der zehn Kriterien der wirtschaftlichen Freiheit zurückzuführen. Die grössten Verluste entstanden dabei bzgl. der Korruptionsrate. Dennoch liegt Spanien in der Gesamtwertung gut über dem Weltdurchschnitt. Innerhalb der 43 Länder in der Region Europas belegt Spanien Platz 19.  

Dem Bericht zu Folge kommen Spanien vor allem die Zahlen der Geschäftsfreiheit, der Handelsfreiheit, der Investitionsfreiheit, der Finanzierungsfreiheit, und der Eigentumsrechte zugute.

Verfahren zur Unternehmensgründung wurden effektiver. Zwar bedarf es mehr Zeit für eine Unternehmensgründung in Spanien als im Weltdurchschnitt, dafür liegt die Dauer der Erteilung einer Betriebserlaubnis unter diesem. Das unternehmerisch denkende Umfeld ist förderlich für eine dynamische Entwicklung des privaten Wirtschaftssektors.

Spaniens Handelspolitik ist vergleichbar mit der von anderen Mitgliedsstaaten der EU. Ferner weist Spanien ein modernes und wettbewerbsfähiges Finanzsystem auf. Die Regelungen sind verständlich, die inländischen Zugriffsmöglichkeiten auf Kredite gut. Zudem ist die Judikative unabhängig von politischer Beeinflussung auch wenn bürokratische Hürden immer noch eine langsame Erledigung der Fälle verursachen.

Schwierigkeiten bleiben weiterhin in den Breichen der Steuerfreiheit, der staatlichen Wirtschaftsaktivitäten und der Arbeitnehmerfreiheit. Die Vermögenssteuer wurde 2009 aufgehoben. Das Steueraufkommen betrug im letzten Jahr 37,9 % des BIP.

Die Regierungsausgaben bleiben hoch, sie betrugen letztes Jahr fast 40 % des BIP. Die Verbesserung der Etatverwaltung ist einer der Hauptpunkte des Steuerreformprogramms.

Als Mitglied der Eurozone lag die Inflationsrate zwischen 2006 und 2008 durchschnittlich bei 3,8 %

Die Löhne sind gestiegen, sodass Spanien diesbezüglich einige andere europäische Länder hinter sich lassen kann. Immobilieneigentum wurde stark subventioniert allerdings erfolgen die Ausgaben nicht zielgerichtet. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor eingeschränkt, was ein dynamischeres Arbeitsplatzwachstum verhindert.

 

Die Liste führt wie bereits in vergangenen Jahren Hong Kong (Platz 1) und Singapur (Platz 2) an. Schlusslichter bleiben Zimbabwe und Nord Korea.

Wer sich für die Details interessiert, kann den vollständigen Index kostenlos bei  http://www.heritage.org/Index/ einsehen.

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Über 4 Millionen Arbeitslose


Febrero 5, 2010
Karl H. Lincke

 

 

Mit 4.048.493 Arbeitslosen hat die Arbeitslosigkeit in Spanien den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. Nach Angaben des spanischen Arbeitsministeriums gab es im Januar 720.692 mehr Arbeitslose als im Vorjahr, was einen Anstieg  der Arbeitslosenquote auf 19,6 % bedeutet. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass der Einzelhandelsumsatz in Spanien 2009 um 12 % gesunken ist, was die Schließung von 40.000 Geschäften und den Verlust von rund 90.000 Arbeitsplätzen im Bereich des Einzelhandels zur Folge hatte.

 

Da das Potential an Arbeitsplätzen nicht ausreichend und die Anzahl sowohl der befristeten, als auch der unbefristeten Einstellungen, zurückgegangen ist, sind immer mehr Menschen im erwerbsfähigen Alter dazu gezwungen, vorzeitig aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden und Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen. Damit einhergehend erhöht sich nicht nur der Prozentsatz an Langzeitarbeitslosen , sondern ist auch die Rückläufigkeit derjenigen die in die Sozialversicherung einzahlen. So waren im September 2007 noch 2 Millionen mehr Menschen in Spanien beschäftigt als heute. Die höchste Zunahme der Arbeitslosigkeit ist in Andalusien und Katalonien zu verzeichnen, wobei davon insbesondere Jugendliche und Geringqualifizierte betroffen sind. In Anbetracht dieser schlechten Arbeitsmarktsituation hat die Regierung eine Reform des Arbeitsmarktes zur absoluten Priorität für das Jahr 2010 gemacht. Ziel ist es dabei, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Prozess der steigenden Arbeitslosigkeit aufzuhalten. Es fanden zwar bereits zahlreiche Verhandlungen und Debatten um die geplante Reform statt, eine Wende am Arbeitsmarkt ist jedoch noch nicht in Sicht.

 

 

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Fonds für nachhaltige Wirtschaft


Enero 27, 2010
Karl H. Lincke

 

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, der Wirtschaftskrise in Spanien entgegenzuwirken, hat sich die Regierung für 2010 zum Ziel gesetzt, mit der sogenannten Strategie der nachhaltigen Wirtschaft („Estrategia de Economía Sostenible“) die wirtschaftliche Aktivität im Lande wiederzubeleben und die  hohe Arbeitslosigkeit zu verringen. Das Reformvorhaben umfasst drei grosse Bereiche, in denen eine grössere Nachhaltigkeit angestrebt wird: Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Hauptbestandteil ist das Gesetz für nachhaltige Wirtschaft („Ley para la EconomíaSostenible“), das noch Mitte diesen Jahres in Kraft treten und primär der Umsetzung eines neuen Wachstumsmodells dienen soll. Für die finanzielle Umsetzung des Gesamtvorhabens wurden zwei Fonds in Höhe von insgesamt 25 Mrd. Euro eingerichtet. Es bleibt abzuwarten, ob die geplante Reform den Wirtschaftseinbruch abschwächen und Spanien zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit verhelfen wird.

Diese Information wurde freundlicherweise von der spanischen Delegation von Germany Trade and Invest, Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (www.gtai.com) zur Verfügung gestellt.

 

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Mahnverfahren


Diciembre 7, 2009
Karl H. Lincke

 

Mit einem neuen Gesetz (ley 13/2009 de noviembre de 2009) wird der in Spanien geltende Höchstbetrag zur Einleitung des Mahnverfahrens in Spanien von EUR 30.000,00 auf EUR 250.000,00 erhöht. In der Präambel des besagten Gesetze wird zwar eine Erhöhnung auf EUR 150.000,00 genannt, doch wird mit Art. 371 des besagten Gesetzes der Betrag des einschlägigen Artikels 812 der spanischen Zivilprozessordnung (LEC) auf EUR 250.000,00 erhöht. Sofern nicht noch eine nachträgliche Korrektur erfolgen sollte, ist m.E. von diesem Betrag auszugehen. Die Gesetzesänderung findet ab dem 04.05.2010 Anwendung.

 

Dies ist eine gute Nachricht für Gläubiger; sie können nunmehr das Mahnverfahren auch bei hohen Forderungen einleiten und so in Spanien das langwierige ordentlich Gerichtsverfahren vermeiden. Der Unterschied bei Kosten und Verfahrensdauer zwischen einem Mahnverfahren und einem Gerichtsprozess ist erheblich.

 

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Black Friday


Noviembre 24, 2009
Karl H. Lincke


Wer sich der Applemania nicht entziehen kann, hat jetzt eine gute Chance preiswerter an einen neuen Mac, IPod, ITouch, etc. zu gelangen. Der in den USA als Black Friday benannte Freitag nach Thanks Giving gilt für die Konsumgüterhersteller als einer der wichtigsten Verkaufstage. Die Amerikaner nutzen diesen Tag, um die ersten Weihnachtsgeschenke zu besorgen und die Geschäfte locken traditionell mit entsprechenden Angeboten nur für diesen einen Tag.

Zum ersten Mal wird dieser 1-tägige Shopping-Event an diesem Freitag, den 27. November (00.00 MEZ bis 23.59 MEZ) durch Apple auch nach Spanien und Deutschland gebracht.

Glaubt man Internetgerüchten, so soll es

bis zu 30 % auf alle IPods

bis zu 25 % auf alle Mac Computer

und bis 15 % Rabatt auf Software, Hardware und Accessoires geben.

Hier kann man sich schon einmal über die Preise informieren und am Freitag auch direkt online kaufen: store.apple.com/de-business

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Mauerfall in Madrid


Noviembre 11, 2009
Karl H. Lincke

Die Deutsche Botschaft in Madrid hat heute auf sehr spektakuläre Weise den Mauerfall vor 20 Jahren gedacht. Mit der Hilfe eines unseres Mandanten, der Firma Arteimedia, wurden um die Mauer des Botschafts- und Residenzgeländes herum Leinwände gehangen, die die bekanntesten Zeichnungen und Graffiti an der Berliner Mauer wiedergaben. Diese wurden dann zusammen mit der Ministerpräsidentin des Landes Madrid, Frau Esperanza Aguirre, dem zweiten Mann der Botschaft, Herrn Thomas Neissinger, und der ehemaligen Ministerin und Abgeordneten des Landes Brandenburg, Frau Barbara Richstein, symbolisch heruntergerissen und die Sicht frei gegeben auf das Brandenburger Tor und andere schöne Landschaften aus dem wiedervereinigten Berlin.

Eine gelungene Veranstaltung bei der man die Sympathie der Spanier für die Deutschen und ihre jüngste Geschichte vor allem bei der Rede von Frau Aguirre spürte.

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Können Einwanderer den spanischen Sozialstaat zukunftsicher machen?


Noviembre 2, 2009
Karl H. Lincke


Martin Feldstein, Ökonom an der Harvard University, hat Spanien unter die Lupe grenommen. Die nächsten fünfzig Jahre wird Spaniens Bevölkerung mit 44 Millionen ungefähr gleich gross bleiben, doch das Verhältnis von Arbeitenden zu Rentnern wird von 4,5 : 1 auf weniger als 2 : 1 sinken. Feldstein fragte sich, was geschähe, wenn man 2 Millionen ausländischer Arbeitskräfte ins Land holte – was 54 % Prozent mehr wären als zurzeit. Man kann annehmen, dass die sozialen Auswirkungen gewaltig, möglicherweise störend wären. Die fiskalischen Auswirkungen dieses Zustroms wäre sehr gering, wie Feldstein zeigt. Die Neuankömmlinge würden nur einen zehnprozentigen Zuwachs der arbeitenden Bevölkerung bewirken. Und da Einwanderer in der Regel den tieferen Wirtschaftsschichten angehören, läge die Zunahme der Arbeitsvergütung – aus welcher die Steuern, die den Sozialstaat finanzieren, stammen- einiges darunter. Feldsteins Schätzung der Arbeitsvergütungszunahme - "um die acht Prozent oder etwas weniger" – dürfte eher zu grosszügig sein. Von diesen acht Prozent oder weniger müssen die hohen Gesundheits- und Bildungskosten der Einwanderer abgezogen werden. Tut man dies, dürfte die Entlassung, die Einwanderer dem Wohlfahrtsstaat bringen, wohl weniger gross sein als die Ansprüche, die sie später an ihn stellen werden.

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Restaurantwoche in Madrid


Octubre 20, 2009
Karl H. Lincke

 

 

Im Rahmen der "Madrid Restaurant Week" hat man zwischen dem 21. und dem 30. Oktober die Möglichkeit in Madrid in sehr guten Restaurants ein Menü für 25 Euro zu geniessen.

Dieser kulinarische Event findet schon seit Jahren in verschiedenen Städten auf der Welt wie New York, Rio de Janeiro, London und Miami erfolgreich statt und kommt nun erstmalig nach Madrid. Das interessante dabei ist, dass man so einmal Restaurants ausprobieren kann bei denen man sonst leicht über das doppelte für ein Menü zahlen müsste.

Dank unserer Partnerkanzlei in Miami habe ich vor zwei Jahren die dortige Restaurantwoche erleben dürfen. Diese findet unter den Namen "Miami Spice" statt. Das Angebot war dort so gross und der Dollar so günstig, dass sich schon allein deshalb für einen Gourmet eine Reise lohnt.

Da, wie in diesem Blog schon intensiv besprochen, das Essengehen zur spanischen Businesskultur gehört, dürfte die Restaurantwoche auch in Madrid ein Erfolg werden.

Tip: Gleich neben der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) befindet sich übrigens das ausgezeichnete Restaurant "El Chaflán", dass ebenfalls an der Restaurantwoche teilnimmt. Weitere Restaurants kann man hier finden: www.esmadrid.com/es/portal.do

 

 

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Madrid ohne Olympiade


Octubre 8, 2009
Karl H. Lincke

Trotz grosser Erwartungen konnte Spanien die Olympiade 2016 nicht nach Madrid holen. Die Entäuschung ist nach wie vor gross. Viele glaubten, dass nach dem dritten Anlauf nunmehr die spanische Hauptstadt an der Reihe sei, doch es kam anders und Rio de Janeiro war der glückliche Gewinner.

Neben Madrid gab es aber auch einen anderen grossen Verlierer: Chicago schaffte es trotz “Obama momentum” nicht einmal in die zweite Runde. Aber im Gegensatz zu den Madrileños scheint die Bevölkerung aus Chicago darüber garnicht so traurig zu sein. Auf der Website der Bewegung “Chicagoans for Rio 2016″ lassen sich viele Gründe finden, warum die Ausrichtung der olympischen Spiele auch grosse Probleme verursachen kann. Zwei Beispiele sind besonders erschreckend:

So soll Montreal selbst nach über 30 Jahren noch an den Kosten für die umfangreichen Baumassnahmen für die olympischen Spiele zu tragen haben.

In Athen sollen 21 von 22 extra für die Sommerspiele 2004 gebaute Einrichtungen ungenutzt verwahrlosen. 9 Milliarden Euro wurden investiert, um die Olympiade “heim” zu holen, doch es scheint, das im Anschluss für die Griechen kein Nutzen daraus gewonnen werden konnte.

Wie so oft im Leben, gibt es also auch hier ein lachendes und ein weinendes Auge!

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Steuererhöhungen in Spanien


Octubre 2, 2009
Karl H. Lincke

 


 


Spanien hat soeben beschlossen, die Mehrwertsteuer („IVA“) von 16 % auf 18 % zu erhöhen. Spanien folgt dabei einem Trend der ursprünglich von Deutschland initiiert wurde, als vor drei Jahren die Mehrwertsteuer von 16 % auf 19 % erhöht wurde. Selbst die sogenannten Steuerparadiese erhöhen bzw. führen inzwischen die Mehrwertsteuer ein: Die Schweiz erhöht ihre Mehrwertsteuer von 7,6 % auf 8 %; das selbe gilt auch für Liechtenstein. Andorra wird ebenfalls erstmalig die Mehrwertsteuer einführen, dabei wird sogar über einen Steuersatz von 20 % nachgedacht.



Wenn man sich vergegenwärtig, dass es bis Ende 1967 in Deutschland eine Umsatzsteuer von 4 % gab und erst zum 01.01.1968 die Mehrwertsteuer in Höhe von 10 % startete, fragt man sich, bei welchem Prozentsatz eine Grenze gezogen werden sollte. Gerade in Spanien scheinen nämlich die beabsichtigten höheren Steuereinnahmen durchaus fraglich, da man regelrecht spürt, wie das Handwerks- und Dienstleistungsgewerbe dem fiskalischen Druck ausweicht und schnell in die Grau- bzw. Schwarzarbeit wechselt, d.h., die Bezahlung wird einem wieder vermehrt mit oder ohne „IVA“ angeboten.

 

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