Einträge vom — Julio 2008
Der spanische Immobilienmarkt bricht ein
Der Immobiliensektor schreibt nach wie vor schwarze Zahlen. Jedoch erreichten die Immobilienverkäufe im Mai nur eine Gesamtmenge von 50.161 Transaktionen, was den Daten des INE (staatliche Institut für Statistiken) zufolge einen Rückgang um 34,3 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Absicht der Branchenunternehmen ihre Gewinne davonzutragen wich dem reinen Kampf ums Überleben. Insbesondere nachdem der spanische Wirtschafts- und Finanzminister Pedro Solbes deutlich machte, dass die Wirtschaft 2009 einen Tiefpunkt erreichen wird.
Im Mai fielen die Transaktionen auf dem freien Wohnungsmarkt (45.905 Objekte) um 33,9% im Vergleich zum Vorjahr, während der Handel auf dem staatlich protegierten Wohnungsmarkt (4.256 Objekte) um 38,9% abfielen.
Einer Auskunft der Rating-Agentur Standard&Poor’s (S&P) zufolge, bleibe die Zurückhaltung bei den Banken neue Hypotheken zu gewähren nicht ohne Folgen. Die kürzlich erfolgte Konkursmeldung von Gläubigern eines der grössten spanischen Immobilienunternehmens, Martinsa-Fadesa, bedeute nach S&P einen neuen Schritt in der Korrektur des Immobilienmarktes.
Sollten die Immobilienpreise weiter fallen, könnten sich für liquide Investoren schon bald die ersten Chance ergeben wieder Schnäppchen in Spanien zu finden.
Julio 30, 2008 2 Kommentare
Senkt Spanien die Körperschaftssteuer?
Die Ministerpräsidentin von Madrid, Esperanza Aguirre, bittet die spanische Regierung die Körperschaftssteuern in Spanien zu senken. Diese stelle ein Hindernis für ausländische Investitionen dar und verhindere letztlich die Schaffung von Arbeitsplätzen. Nach Meinung von Experten, sei die Reduzierung der Körperschaftssteuern in Krisenzeiten unerlässlich, da Unternehmen im Rahmen der Globalisierung nach Standorten mit niedriger Steuerbelastung Ausschau halten und sich dort niederlassen.
Aguirre argumentiert weiter, dass Deutschland bereits die Körperschaftssteuern verringert habe und Frankreich im Begriff sei dies zu tun. Ferner betrage die Körperschaftssteuer in osteuropäischen Ländern oft weniger als 15 %. Gegenwärtig beträgt die Körperschaftssteuer für Unternehmen in Spanien in der Regel 25 bzw. 30 %.
Julio 16, 2008 0 Kommentar
Geschäftsrückgang bei spanischen Wirtschaftsanwälten
In Spanien gibt es im Vergleich zu Deutschland sehr große Anwaltskanzleien. Diese sind kontinuierlich in der Zahl der Anwälte gewachsen bis sie eine Größenordnung von gegenwärtig 700, 800 und sogar 1650 Anwälten erreicht haben. Groß geworden sind die Kanzleien mit dem starken Wirtschaftswachstums der zurückliegenden Jahre. Profitiert hat man dabei von vielen Immobilientransaktionen und von unzähligen Unternehmensfusionen (in der Anwaltssprache: M & A, Mergers and Acquisitions, genannt). Nach Angaben von Mergermarkets ist der Wert der Operation der zehn größten Anwaltsfirmen im ersten Halbjahr 2008 um 95 % zurückgegangen. Das heißt, man ist von einem Gesamtwert von 464.000 Millionen Euro in 2007 auf 22.300 Millionen Euro gefallen. Die sogenannten Kanzleibotiquen, die nur Immobiliengeschäfte oder M&A betreuen, werden es deshalb schwer haben. Während die Kanzleien in den letzten Jahren viele Anwälte eingestellt haben, ist derzeit zwar noch kein Rückgang zu verspüren, jedoch werden kaum noch Talente abgeworden noch Neueinstellungen vorgenommen. Die Zurückhaltung in der einstigen Boombranche ist klar zu verspüren. In meiner Kanzlei, Mariscal & Asociados, sind wir nicht so sehr vom lokalen Markt abhängig, sondern als internationale Wirtschaftskanzlei mehr vom deutsch- und englischsprachigen Ausland. In meinem Fall vornehmlich vom deutschen Mittelstand, der seine Hausaufgaben in der Vergangenheit gemacht hat und exportiert wie eh und je. So ist unsere Anwaltskanzlei wohl einer der wenigen in Spanien, die momentan wächst und junge Rechtsanwälte einstellt.
Julio 8, 2008 2 Kommentare
Expo in Spanien
Derzeit findet gerade die Expo 2008 in der nordspanischen Stadt Saragossa (Zaragoza) statt. Die Weltausstellung steht unter dem Motto „Wasser und nachhaltige Entwicklung“. Dabei will man vornehmlich auf die immer knapperen Wasserreserven der Erde aufmerksam machen. Deutschland hat seinen technisch sehr aufwendigen Pavillon bereits vor zwei Wochen eröffnet. An der Zeremonie nahmen rund 800 geladene Gästen teil zu denen ich mich auch zählen durfte. Es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Gäste aus ganz Spanien zu beglücken und darüber hinweg zu trösten, dass der für diesen Event vorgesehene Ehrengast, Wirtschaftsminister Michael Glos, letztlich nicht kommen konnte. Noch über zwei Monate lang präsentieren 105 Länder in der Metropole am Fluss Ebro innovative Technologien und Entwicklungen rund um die Wasserversorgung. Wen das Thema interessiert oder wer Interesse an moderner und origineller Architektur hat, sollte diese Expo nicht verpassen. Tipp: Besonders zu empfehlen ist übrigens der japanische Pavillon.
Julio 1, 2008 1 Kommentar




