Einträge vom — Agosto 2008

Deutsche Unternehmen und katalan

Air Berlin und alle andere deutschen Firmen, die auf den balearischen Inseln und Katalonien unter zunehmenden Druck der Regionalregierungen geraten, die Sprache Katalan in ihrer Kommunikation zu verwenden, haben diese Woche Unterstützung von der Deutschen Handelskammer für Spanien (AHK) erhalten. In einem vielbeachteten Beitrag der Tageszeitung „El Mundo“ legte die AHK dar, dass die Verwendung der Sprache Katalan aus rein ökonomischen Gründen für die deutschen Unternehmen unrentabel sei. Die Kosten für zweisprachige Unterlagen, Schulung von Mitarbeitern, fortlaufende Übersetzungen, etc. stehe in keinem Verhältnis zu der Zahl der Kunden, die dies in der Praxis verlangen. Der Umstand, dass die Stellungnahmen der AHK auf der Titelseite von „El Mundo“ erschienen und von zahlreichen Talkrunden in verschiedenen Radiosendern diskutiert wurden, zeigt dass die Ansichten der deutschen Unternehmer in Spanien auf ein offenes Ohr stoßen. Die in Spanien ansässigen Unternehmen stellen freilich auch eine durchaus nennenswerte Größe dar. Der Gesamtumsatz der deutschen Unternehmen stellt jährlich ca. 60.000 Millionen Euro dar. Dies ist gleichbedeutend mit 8 % des Bruttoinlandsproduktes von Spanien und generiert 160.000 direkte Arbeitsplätze.

Agosto 14, 2008   4 Kommentare

“En Espagne, la fiesta est finie”

So titelte gestern die französische Wirtschaftszeitung La Tribune. Nach den zurückliegenden Jahren des kleinen spanischen Wirtschaftswunders ist die Party aus Sicht der Franzosen nun vorbei. Betrachtet man die Arbeitslosenzahlen sieht es wirklich so aus, als sei Schluss mit Lustig: Die Zahl der Arbeitslosen ist derzeit auf 2,4 Millionen gestiegen und übertrifft damit schon die Höchstmarke der letzten Wirtschaftsflaute Anfang der 90iger Jahre. Die Zahl der Beschäftigungslosen steigt seit ca. einem Jahr konstant an. Im Jahresvergleich schlug sich die Schwächung der Wirtschaftsaktivität, angetrieben durch den Baustopp im Immobiliensektor, in der Arbeitslosenstatistik mit einem Zuwachs von 456.578 zusätzlichen arbeitslosen Personen nieder, d.h. 23,1% mehr als in 2007. Die Industrie kann die überschüssigen Arbeitskräfte des Immobiliensektors nicht auffangen. Tatsächlich wurden von ihr im letzten Jahr über 40.000 Personen in die Arbeitslosigkeit entlassen, was einen Anstieg von 15,2% bedeutet. Was aber noch viel mehr überrascht, ist der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dienstleistungssektor – 18,9% mehr als im Vorjahr. Wirklich besorgniserregend ist daran, dass die Arbeitslosigkeit im Juli damit einen Sektor getroffen hat, der sich aufgrund des Tourismusgewerbes in dieser Jahreszeit eigentlich anders entwickeln sollte.

Die Probleme am Arbeitsmarkt spiegeln sich auch in der sinkenden Zahl der Sozialversicherten wieder. Im Juli sank die Anzahl der Beitragszahler um 0,57%, was einen Verlust von 109.227 Mitgliedern mittlerer Beitragshöhe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt.

Um den Arbeitsmarkt wieder anzukurbeln, scheint eine umfassende Flexibilisierung des Arbeitsrechts unumgängl

Agosto 6, 2008   2 Kommentare