Karl H. Lincke

In Spanien macht die Wirtschaftskrise auch nicht vor dem noch vor Kurzem boomenden Solarmarkt halt.
Aufgrund der verweigerten Prolongation der Kreditlinien sah sich der Vorstand der Sunline AG, ein deutscher Systemanbieter für Solartechnik, gezwungen, Insolvenzantrag beim Amtsgericht Fürth zu stellen. Die Probleme rühren anscheinend daher, dass Sunline in Spanien zwar grosse Photovoltaik-Kraftwerke baute, der Solarstrom jedoch nicht zügig ins dortige Netz eingespeist wurde. Dadurch entstanden hohe Einnahmeausfälle.
Das vorzeitige Auslaufen der alten Einspeisevergütung in Spanien Ende September 2008 macht das Unternehmen zusätzlich für die Schräglage verantwortlich. Lag der Umsatz des 2005 an die Börse gegangenen Unternehmens 2006 noch bei knapp 50 Millionen Euro, konnte dieses Umsatzvolumen dank der spanischen Großaufträge 2008 bereits im ersten Halbjahr eingefahren werden. Bei der Hauptversammlung im vergangenen Juli wurde deshalb noch mit einem Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro gerechnet. Dieser Aufschwung fand durch den Rückzug des Investors ein jähes Ende. Der Sunline-Vorstand hält angesichts der drohenden Liquiditätsprobleme durch die Kreditlinienkürzung die Fortführung der Unternehmenstätigkeit für gefährdet.
Diese Nachricht ist ein kleiner Schock für die Branche; sah man sich doch durch die politische Unterstützung des Sektors in den letzten Jahren als relativ gut für die Krise gewappnet.
Karl H. Lincke
Am 6. Mai hielt Professor Martin Böhm, Professor für Marketing am Instituto de Empresa, für die Wirtschaftsjunioren einen Vortrag mit dem Titel “What is your customer worth? Customer Lifetime and Firm Value”.
In seiner Präsentation hob Prof. Böhm die Bedeutung des Customer Lifetime Values hervor, dem Wert einer engen Kundenbeziehung. Eine zentrale Frage dabei war, ob eine aufwendige Investition in den Kunden überhaupt sinnvoll wäre.
Die Firmen verfolgen meist die Strategie, im ersten Jahr der Produkteinführung in den Kunden zu investieren, demzufolge Verluste in Kauf zu nehmen. Und es wird bewertet, welche Kunden wertvoll sind und welche nicht. In den Folgejahren wird immer wieder der Wert des Kunden gemessen.
Prof. Böhm hob dabei hervor, dass das Unternehmen, welches seine Zielgruppe ständig mit Angeboten locken möchte, die eigene Rentabilität dabei nicht ausser Acht lassen sollte. Eine Investition in den Kunden sei nur dann sinnvoll, wenn unter dem Strich das Unternehmen selbst davon auch ausreichend profitiert.
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