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Viele Deutsche machen Urlaub in Spanien. Daraus wird schnell das Vorurteil des „reichen“ deutschen Urlaubers und des „armen“ spanischen Gastgebers abgeleitet. Das dies aber nicht der Wahrheit entspricht belegen folgende Studien:

Nach einer von der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahre 2013 durchgeführten Studie besitzen Spanier ein wesentlich höheres Gesamtvermögen als Deutsche[i]. Nämlich durchschnittlich 178.300 Euro im Vergleich zu 51.400 Euro in Deutschland. Dieser auf den ersten Blick irritierende Unterschied lässt sich im Wesentlichen auf unterschiedliche Wohnungseigentumsquoten zurückführen. So sind in Deutschland nur 47,7 % Eigentümer einer eigenen Immobilie, wohingegen in Spanien 82,7 % Immobilieneigentümer sind.

Diese These wird durch eine von Nora Skopek durchgeführte Studie[ii], die Daten aus dem „Survey of Health Ageing and Retirement“ auswertet, bestätigt. Für diese Studie wurden insgesamt über 20.000 europäische Bürger, die älter als 50 Jahre sind befragt. Aus dieser Befragung geht hervor, dass in Spanien 76 % des Vermögens aus Immobilieneigentum besteht, dagegen ist in Deutschland der Prozentsatz mit 58 % deutlich niedriger.

Dementsprechend liegt gemäß derselben Studie in Spanien die Vermögensrate höher als in Deutschland. Diese Rate wird als Höhe des Vermögens im Verhältnis zum Einkommen berechnet. In Spanien ist das Vermögen 22-mal höher als das Einkommen, Deutschland hat neben Schweden und Polen die niedrigste Vermögensrate in Europa.

Das erklärt weshalb die vermeintlich reichen Deutschen insgesamt weniger Vermögen besitzen als die vermeintlich armen Spanier. Ursächlich dafür ist die Einstellung in die eigene Immobilie zu investieren, anstatt zu mieten. Obwohl eine Immobilie nicht unbedingt eine gute Investmententscheidung sein muss, zwingt Sie einen dennoch in der Regel über einen sehr langen Zeitraum Hypothekenzinszahlungen vorzunehmen. Diese monatlichen Raten werden nicht verkonsumiert und dienen letztlich wie eine monatliche Sparquote der Vermögensbildung.

[i] Vgl. Daten der Deutschen Bundesbank, Panel of houshold finances, 21.3.2013

[ii] Skopek, S. 66-68 Vermögen in Europa. In: Lauterbach

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