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Die sogenannten Smart Contracts sind ein aktuelles Thema bei der Vertragsgestaltung und gewinnen in der Praxis immer mehr an Bedeutung.

Dabei handelt es sich um Transaktionsprotokolle oder Programme, welche automatisch Vertragsbedingungen kontrollieren und zusätzlich einzelne Bestimmungen automatisiert ausführen. Die Kontrolle und Einhaltung des Vertrages fußt auf Datenbanken, die den Smart Contracts zur Verfügung gestellt werden.

Die Verträge beruhen in der Regel auf der von der Kryptowährung bekannten Bitcoin Blockchain Technologie und erlaubt das dezentralisierte Management von Informationen jeglicher Art.

Als Bezahlsystem der Smart Contracts dient in vielen Fällen das als Kryptowährung bezeichnet Ethereum.

Als Vorteil dieser Währung wird vor allem gesehen, dass sie komplett unabhängig vom aktuellen Finanzsystem funktioniert, also weder von Staaten, noch Banken abhängig ist.

Die Blockchain Technologie wird als manipulationssicher angesehen, zumal man 51% der Software umschreiben müsste, um Zugriff auf das System zu bekommen. Bei einem derart großen Umfang von Datensätzen ist ein solches Unterfangen mit so hohen Kosten verbunden, dass eine Manipulation als ausnahmslos unwirtschaftlich anzusehen ist.

Vorteile

Smart Contracts sind einfacher und schneller abwickelbar als andere Systeme. Dank der automatisierten Abwicklung von Verträgen müssen keine Verträge ausformuliert und verhandelt werden. Die zugrunde liegenden Algorithmen können beispielsweise die Erfüllung von Verträgen in Echtzeit überwachen und die Rechte der Vertragspartner automatisch, ohne Eischaltung von Gerichten, durchsetzen.

Sicherheit durch automatisierte Vertragseinhaltung. Bezahlt beispielsweise ein Leasingkunde die Rate für sein Auto nicht, so kann der Zugang zum Fahrzeug automatisch gesperrt werden. Ein langwieriges Gerichtsverfahren ist nicht notwendig.

Nützlich sind Smart Contracts auch deshalb, weil durch die fast schon garantierte Vertragseinhaltung mehrere Parteien eingebunden werden können, die sich nicht hundertprozentig vertrauen.

Viele Verträge enthalten Klauseln die den Vertragsverlauf steuern sollen. Durch den Einsatz von Smart Contracts wird das operationelle Risiko der Vertragsparteien enorm reduziert und der Ablauf erfolgt in einer automatisierten und vertrauenswürdigen Weise.

Nachteile

Allerdings bringen die Smart Contracts nicht ausschließlich Vorteile mit sich. Vor allem die Dezentralisation durch die Blockchain Technologie wird kritisiert. So ist dabei unklar, welches Rechtssystem anwendbar ist und wie Personen überhaupt rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Dazu ist die Technologie insgesamt noch relativ neu, sodass vielfach noch keine Gesetze angepasst werden konnten, geschweige denn eine Rechtsprechung existiert. Insgesamt ist die rechtliche Lage sehr unsicher.

Dadurch dass über die Blockchain alle vertragsrelevanten Informationen in einer Datenbank aufgenommen werden, kann der Nutzer nicht fordern, dass seine persönlichen Daten gelöscht werden. Ein Recht vergessen zu werden existiert, folglich nicht in diesem System. Daraus ergeben sich Konflikte mit bestehenden Datenschutzvorschriften.

Schlussfolgerung

Grundsätzlich sind Smart Contracts ein gutes Instrument, um eine Vielzahl von einfachen Verträgen effizienter, schneller, kostengünstiger und sicherer abzuschließen.

Erste Versuche wurden schon bei Versteigerungen, der Bezahlung an Ladestationen von Elektroautos und in Schiedsverfahren erfolgreich durchgeführt. Es werden andere Branchen folgen. So wird aktuell darüber nachgedacht kleinere Konsum- und Dienstleistungsverträge im privaten Bereich im Wege der Smart Contracts automatisch durchzuführen.

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