Einträge vom — Marzo 2009
Die Krise trifft auch die internationalen Anwaltskanzleien
Als Anwalt bekommt man oft zu hören, dass man in rezessiven Phasen antizyklisch partizipiere, Dies erweist sich jedoch in der jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrise als Irrtum. Zwar steigt in wirtschaftlichen Abschwungphasen der Beratungsbedarf bei Unternehmen, die kurz vor dem Konkurs stehen; doch das Restrukturierungsgeschäft allein kann für viele Kanzleien das Ausbleiben großer Transaktionen nicht ausgleichen.
Insbesondere kämpfen Grosskanzleien gegen deutlich zweistellige Umsatzeinbrüche; denn seit dem die Unternehmenskäufe ausbleiben, weil sich Banken, Private-Equity-Fonds und strategische Investoren aus dem Markt verabschiedet haben, fehlen wichtige Einnahmequellen. Einige Wirtschaftskanzleien sind selbst über Nacht zu einem Restrukturierungsfall geworden. Vor allem angelsächsische Kanzleien sind stark betroffen. Bislang haben in Grossbritanien schon annähernd 3.000 Wirtschaftsanwälte ihren Job verloren.
Tagesaktuelle Zahlen zu den Entlassungen auf der Insel liefert das Branchenblatt „The Lawyer“ über einen „Legal Job Watch“ im Internet: Danach haben unter anderem die Kanzleien des sogenannten Magic Circle, d.h. Linklaters bislang 270 Anwälte, Allen & Overy 247, DLA Piper 176 und Clifford Chance 130 Anwälte entlassen. Doch nicht alle Kanzleien reagieren mit Massenentlassungen auf die Krise. So hat Norton Rose seinen Anwälten gerade das Angebot unterbreitet, für ein Jahr lang auf 15 Prozent ihrer Bezüge zu verzichten und dafür nur noch an vier Tagen die Woche zu arbeiten. Alternativ können die Associates auch ein Sabbatical von bis zu drei Monaten nehmen, wenn sie dafür mit 30 Prozent ihres Basisgehalts auskommen.
In Deutschland hat zwar noch keine Kanzlei Kurzarbeit angemeldet. Doch auch hierzulande kämpfen etliche der ganz grossen Kanzleien gegen deutlich zweistellige Umsatzeinbrüche. Partner, die nicht genügend Umsätze generieren, müssen gehen oder werden herabgestuft. Und die verbliebenen Anwaltsgesellschafter leisten Kapitalspritzen, um die Verluste auszugleichen. Hält die Wirtschaftskrise weiter an, dürfte die Unzufriedenheit steigen. Im Handelsblatt wurde jüngst darüber spekuliert, dass die eine oder andere internationale Großkanzlei in Deutschland zusammenbricht.
Um in der Vergangenheit die großen Transaktionen in kürzester Zeit zu stemmen, wurden die Anwaltsteams in der Boomzeit extrem aufgestockt. In der Spitze kamen so acht angestellte Anwälte auf einen Partner. Dieses Verhältnis wird jetzt wieder zurückgefahren.
Die Folge: Die Großen überarbeiteten derzeit ihre Geschäftskonzepte und suchen nachhaltige und möglichst konjunkturunabhängige neue Beratungsfelder, wie zum Beispiel den Markt für Erneuerbare Energien sowie die Medizintechnik, Branchen, die durch eine Vielzahl von kleineren bis mittleren Unternehmen angetrieben werden und damit eigentlich für Großkanzleien uninteressant sind.
Bei Mariscal & Asociados scheinen wir als kleinere internationale Wirtschaftskanzlei die Ausnahme zu sein, die die Regel bestätigt, denn derzeit entlassen wir keine Anwälte; vielmehr stellen wir gerade ein.
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Marzo 27, 2009 0 Kommentar
Deutsch-Spanisches Forum in Madrid
Letzte Woche fand in Madrid das fünfte Deutsch-Spanische Wirtschaftsforum statt. Unter vielen interessanten und hochkarätigen Redner befanden sich u.a. Pedro Solbes, Finanz- und Wirtschaftsminister der spanischen Regierung sowie der deutsche Finanzminister, Peer Steinbrück. Der Schwerpunkt dieser zweitägigen Veranstaltung lag bei dem Thema „Die ökonomische Krise“. Einig waren sich die beiden Minister darin, dass die Finanzmärkte stärker reguliert werden müssen, um die Wiederholung einer derartigen Krise in Zukunft zu vermeiden. Steinbrück war sehr offen und gab auch zu verstehen, dass man über "Verstaatlichung" und "Enteignung" sprechen müsse. Wann diese Krise vorbei sei, wisse keiner. Wer aber Jemanden kenne, der es wisse, solle ihm die die Kontaktdaten geben, so Steinbrück scherzhaft. Solbes hob die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien hervor und äusserte sich skeptisch über eine schnelle Regenerierung der spanischen und der Weltwirtschaft.
Die Abschlussreden und der im wahrsten Sinne des Wortes krönende Abschluss hielten bei einem Mittagessen in der Madrider Börse der spanische König Juan Carlos I und der Bundespräsident Deutschlands, Horst Köhler.
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Marzo 16, 2009 0 Kommentar




